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Schleppjagdverein von Bayern e.V.
gegründet 1986

Die Meute aus dem "Wittelsbacher Land"
Schirmherr: SKH Luitpold Prinz  von Bayern

    Jahrestagung, Sonntag, 26.04.26

 

Bericht 1 schleppjagd24

Bericht 2 schleppjagd24

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rede des Huntingbeauftragten Phillip Jakob: 

In etwa 85 % der Gespräche, die ich mit Meuten, Jagdreitern und Jagdveranstaltern führe, stehen immer wieder die gleichen Fragen im Mittelpunkt:

Wie gelingt es, eine, zwei oder sogar drei Jagden mehr in den jeweiligen Terminkalender einer Meute zu bekommen?

Müssen wir künftig immer weitere Strecken zurücklegen, um an Jagden teilnehmen zu können?

Kann man sich überhaupt noch mehrere Jagden im Monat leisten?

Wie gewinnen wir wieder 10, 15 oder 20 Reiter mehr für das Jagdfeld einer jeweiligen Veranstaltung?

All diese Fragen kreisen letztlich um eines: die Zukunft unseres Sports - und darum, wo wir in einigen Jahren stehen werden.

Viele der Faktoren, die unsere aktuelle Situation prägen, kommen von außen: aus der Politik, aus der Gesellschaft. Umso mehr stellt sich die Frage, wie wir im Inneren miteinander umgehen. Und ich frage mich: Ist das wirklich notwendig?

das Abweichen von unserem Ehrenkodex

persönliche Grabenkämpfe

und manch andere Entwicklung, die uns eher trennt als verbindet

Wenn man die Herausforderungen betrachtet, denen wir gegenüberstehen, wird deutlich: Die Art und Weise, wie wir teilweise miteinander umgehen, steht in keinem Verhältnis zu den äußeren Bedrohungen für unseren Sport.

Vor einiger Zeit sprach ich mit einem Veranstalter, der von einem lokalen Politikwechsel betroffen war. Ein Streckenabschnitt seiner Jagd – bei dem eine öffentliche Straße hätte gesperrt werden müssen – wurde nicht mehr genehmigt. Die Begründung: bei etwa 30 Pferden mit jeweils vier beschlagenen Hufen könnten bis zu 120 Hufeisen die Asphaltdecke beschädigen.

Solche Beispiele zeigen, mit welchen Argumentationen wir uns zunehmend konfrontiert sehen.

Vor einiger Zeit habe ich zudem die Entwicklung der Meuten in Deutschland über die letzten rund 100 Jahre recherchiert. Das Ergebnis: etwas mehr als 100 Meuten.

Das hat mich zunächst stolz gemacht – weil es zeigt, wie lebendig und weit verbreitet unsere Jagdkultur einmal war. In vielen Orten gab es Meuten. Teilweise standen nur wenige Koppeln zur Verfügung, und dennoch wurde mit vielleicht zehn Hunden bis zu zweimal pro Woche gejagt.

Doch die Zahl lässt sich auch anders lesen: Im Durchschnitt ist über diesen Zeitraum jedes Jahr eine Meute verschwunden.

Überträgt man das auf die heute noch rund 15 bestehenden Meuten, ergäbe sich rein rechnerisch ein ernüchterndes Bild: In etwa 15 Jahren gäbe es keine Meuten mehr in Deutschland.

Das wäre besonders bitter – auch ganz persönlich. In 15 Jahren werde ich „erst“ Anfang 50 sein. Ein Alter, in dem man sich vielleicht noch einmal ein junges Pferd kauft. Oder ein Alter, in dem man sagt: „Jetzt ist mein Kind im richtigen Alter – wir wollen gemeinsam Jagd reiten.“

Im Umkehrschluss bedeutet das:

Im schlimmsten Fall sind wir – so wie wir heute hier sitzen – die vorletzte oder vielleicht sogar die letzte Generation, die in Deutschland noch Jagd reiten kann.

Diesen Gedanken - oder gar diese Botschaft - möchte ich bewusst so im Raum stehen lassen.

Und wünsche uns allen eine erfolgreiche Saison 2026!