Bericht 1 schleppjagd24
Bericht 2 schleppjagd24











Rede des
Huntingbeauftragten Phillip Jakob:
In etwa 85 % der
Gespräche, die ich mit Meuten, Jagdreitern und Jagdveranstaltern
führe, stehen immer wieder die gleichen Fragen im Mittelpunkt:
► Wie
gelingt es, eine, zwei oder sogar drei Jagden mehr in den jeweiligen
Terminkalender einer Meute zu bekommen?
► Müssen
wir künftig immer weitere Strecken zurücklegen, um an Jagden
teilnehmen zu können?
► Kann man
sich überhaupt noch mehrere Jagden im Monat leisten?
► Wie
gewinnen wir wieder 10, 15 oder 20 Reiter mehr für das Jagdfeld
einer jeweiligen Veranstaltung?
All diese Fragen
kreisen letztlich um eines: die Zukunft
unseres Sports - und
darum, wo wir in einigen Jahren stehen werden.
Viele der
Faktoren, die unsere aktuelle Situation prägen, kommen von außen:
aus der Politik, aus der Gesellschaft. Umso mehr stellt sich die
Frage, wie wir im Inneren miteinander umgehen. Und ich frage
mich: Ist das wirklich notwendig?
► das
Abweichen von unserem Ehrenkodex
►
persönliche Grabenkämpfe
► und manch
andere Entwicklung, die uns eher trennt als verbindet
Wenn man die
Herausforderungen betrachtet, denen wir gegenüberstehen, wird
deutlich: Die Art und Weise, wie wir teilweise miteinander umgehen,
steht in keinem Verhältnis zu den äußeren Bedrohungen für unseren
Sport.
Vor einiger Zeit
sprach ich mit einem Veranstalter, der von einem lokalen
Politikwechsel betroffen war. Ein Streckenabschnitt seiner Jagd –
bei dem eine öffentliche Straße hätte gesperrt werden müssen – wurde
nicht mehr genehmigt. Die Begründung: bei etwa 30 Pferden mit
jeweils vier beschlagenen Hufen könnten bis zu 120 Hufeisen die
Asphaltdecke beschädigen.
Solche Beispiele
zeigen, mit welchen Argumentationen wir uns zunehmend konfrontiert
sehen.
Vor einiger Zeit
habe ich zudem die Entwicklung der Meuten in Deutschland über die
letzten rund 100 Jahre recherchiert. Das Ergebnis: etwas mehr als
100 Meuten.
Das hat mich
zunächst stolz gemacht – weil es zeigt, wie lebendig und weit
verbreitet unsere Jagdkultur einmal war. In vielen Orten gab es
Meuten. Teilweise standen nur wenige Koppeln zur Verfügung, und
dennoch wurde mit vielleicht zehn Hunden bis zu zweimal pro Woche
gejagt.
Doch die Zahl
lässt sich auch anders lesen: Im Durchschnitt ist über diesen
Zeitraum jedes Jahr eine Meute verschwunden.
Überträgt man
das auf die heute noch rund 15 bestehenden Meuten, ergäbe sich rein
rechnerisch ein ernüchterndes Bild: In etwa 15 Jahren gäbe es keine
Meuten mehr in Deutschland.
Das wäre
besonders bitter – auch ganz persönlich. In 15 Jahren werde ich
„erst“ Anfang 50 sein. Ein Alter, in dem man sich vielleicht noch
einmal ein junges Pferd kauft. Oder ein Alter, in dem man sagt:
„Jetzt ist mein Kind im richtigen Alter – wir wollen gemeinsam Jagd
reiten.“
Im
Umkehrschluss bedeutet das:
Im schlimmsten
Fall sind wir – so wie wir heute hier sitzen – die vorletzte oder
vielleicht sogar die letzte Generation, die in Deutschland noch Jagd
reiten kann.
Diesen Gedanken
- oder gar diese Botschaft - möchte ich bewusst so im Raum stehen
lassen.
Und wünsche uns
allen eine erfolgreiche Saison 2026!
.jpg)
.jpg)
|